16 March 2026, 10:32

Kölner Dom plant überraschend Eintrittsgeld – trotz massiver Proteste in der Vergangenheit

Der Eingang des Kölner Doms in Köln, Deutschland, mit detaillierten Schnitzereien, Skulpturen und einer großen Tür unten.

Ehemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittsgebühr für den Kölner Dom - Kölner Dom plant überraschend Eintrittsgeld – trotz massiver Proteste in der Vergangenheit

Kölner Dom könnte bald Eintrittsgeld verlangen – trotz jahrelanger Ablehnung

Trotz jahrelanger öffentlicher Kritik an solchen Plänen könnte der Kölner Dom bald ein Eintrittsgeld erheben. Die weltberühmte Sehenswürdigkeit, die jährlich sechs Millionen Besucher anzieht, sah sich in den vergangenen Jahren immer wieder mit heftigem Widerstand gegen ähnliche Vorhaben konfrontiert. Kritiker argumentieren, dass Gebühren den Zugang zu einem der ikonischsten religiösen Bauwerke Deutschlands einschränken würden.

Die Domverwaltung plant nun, in der zweiten Jahreshälfte eine Eintrittsgebühr einzuführen. Die genaue Höhe steht noch nicht fest. Der Schritt folgt auf frühere Debatten, darunter ein Vorschlag aus dem Jahr 2023, der Proteste und eine Petition mit über 100.000 Unterschriften auslöste.

Der Dom ist vor allem für die Reliquien der Heiligen Drei Könige bekannt. Als globales Zentrum des Katholizismus gilt er seit jeher als Symbol für offenen Zugang. Doch finanzielle Zwänge haben die Verantwortlichen nun dazu gebracht, das Prinzip der kostenlosen Besichtigung zu überdenken.

Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin des Kölner Doms, bezeichnete die geplante Gebühr als "sehr problematisch". Sie warnte davor, dass der Dom dadurch zu einem Ort nur für Wohlhabende werden könnte. Zwar räumte sie den Bedarf nach zusätzlichen Einnahmen ein, betonte jedoch, dass Eintrittsgelder die kulturelle Bedeutung der Kathedrale für die Stadt schwächen könnten.

Schock-Werner wies zudem darauf hin, dass Gebühren Touristen abschrecken und die traditionell einladende Atmosphäre des Doms verändern könnten. Ähnliche Pläne an anderen deutschen Stätten – wie etwa am Holstentor in Lübeck 2022 – stießen auf massiven Widerstand und wurden später fallen gelassen oder stark reduziert.

Sollte die Gebühr tatsächlich eingeführt werden, wäre dies ein Bruch mit der langjährigen Tradition der Offenheit. Frühere Versuche, an großen deutschen Kulturdenkmälern Eintritt zu erheben, scheiterten meist am öffentlichen Druck. Die Entscheidung wird voraussichtlich von Denkmalschutzverbänden und Besuchern gleichermaßen aufmerksam verfolgt werden.

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