Koblenzer Privatuni kämpft mit Crowdfunding gegen drohende Pleite
Karl-Peter MöchlichenKoblenzer Privatuni kämpft mit Crowdfunding gegen drohende Pleite
Die Private Universität für Gesellschaftsgestaltung in Koblenz kämpft mit einer schweren Finanzkrise. Die unter dem Namen Hochschule für Gesellschaftsgestaltung (HfGG) bekannte Einrichtung benötigt dringend 400.000 Euro, um den Betrieb im Sommersemester aufrechterhalten zu können. Um die notwendigen Mittel aufzubringen und die Zukunft der Hochschule zu sichern, wurde eine Crowdfunding-Kampagne gestartet.
Die HfGG, 2014 gegründet, hat sich zu einer anerkannten privaten Hochschule entwickelt, die sich auf gesellschaftlichen Wandel spezialisiert hat. Ihr Lehrangebot umfasst Themen wie Migration, globale Schuldenkrisen und nachhaltige Wirtschaft, wobei Theorie und Praxis eng verzahnt werden. Doch die finanziellen Probleme der Universität haben sich durch einen Wechsel in der Führungsspitze verschärft.
Die amtierende Präsidentin, Prof. Dr. Silja Graupe, wird ihr Amt zu Beginn des Sommersemesters aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig verlassen. Seit 2014 war sie eine zentrale Figur in der Entwicklung der Hochschule und verantwortete 80 Prozent des Haushalts. Obwohl sie die Leitung abgibt, bleibt sie der Universität als Professorin erhalten und wird weiterhin lehren und forschen.
Um das Finanzloch zu schließen, hat die HfGG die Kampagne "Gemeinsam die Brücke zur nächsten Gesellschaft bauen" ins Leben gerufen. Ziel ist es, 500 symbolische "Brückensteine" zu je 800 Euro zu verkaufen, wobei auch kleinere Spenden willkommen sind. Sollte das Fundraising-Ziel nicht erreicht werden, verspricht die Hochschule, alle Beiträge ab 50 Euro zurückzuerstatten.
Unterdessen läuft die Suche nach einer neuen Präsidentin oder einem neuen Präsidenten auf Hochtouren. Der Senat hat einen Ausschuss gebildet, in dem Prof. Dr. Lars Hochmann, Experte für reflexive Wirtschaftstheorie, als möglicher Nachfolger gilt. Die eingeworbenen Mittel sollen helfen, den Betrieb während des Übergangs zu stabilisieren und die langfristige Planung zu sichern.
Mit der Crowdfunding-Aktion will die HfGG ihre unmittelbare Zukunft sichern und die laufende Transformation finanzieren. Bei Erfolg wird die Kampagne Kontinuität für Studierende und Mitarbeiter in einer entscheidenden Phase gewährleisten. Ob die Hochschule ihre Pläne umsetzen kann, hängt davon ab, ob das Finanzziel noch vor Beginn des Sommersemesters erreicht wird.






