01 May 2026, 06:31

Klimaökonom zerpflückt Regierung: Warum der Sprit-Rabatt die Energiekrise verschärft

Graphik zeigt die Entwicklung der Treibstoffpreise in den Vereinigten Staaten über die Zeit, mit einer blauen Linie, die eine sinkende Preisentwicklung und einer grünen Linie, die eine steigende Preisentwicklung anzeigt.

Klimaökonom zerpflückt Regierung: Warum der Sprit-Rabatt die Energiekrise verschärft

Ein führender Klimaökonom hat die Treibstoff-Rabattaktion der Regierung als falsche Antwort auf die steigenden Energiekosten kritisiert. Der Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) warnte, dass die Maßnahme die Preise durch eine erhöhte Nachfrage nach Öl und Gas noch weiter in die Höhe treiben werde.

Der Ökonom verwies zur Einordnung auf frühere Krisen. Während der Ölkrisen der 1970er-Jahre hätten Regierungen den Fokus auf Energiesparen gelegt, statt Treibstoff zu subventionieren. Diesmal jedoch drohten die Subventionen das Problem zu verschärfen, indem sie den Verbrauch zusätzlich anheizten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Statt die Spritpreise an der Zapfsäule zu senken, plädierte der Experte für gezielte finanzielle Hilfen. Direktzahlungen an einkommensschwache Haushalte würden benachteiligte Gruppen entlasten, ohne die Nachfrage künstlich zu steigern. Politiker hätten, so der Ökonom, Energiesparmaßnahmen bereits vor Jahren priorisieren können, um die Versorgungssicherheit zu verbessern.

Laut der Analyse geht es dabei um mehr als nur Klimapolitik. Eine Verringerung der europäischen Abhängigkeit von ausländischem Öl und Gas würde die Position des Kontinents auf den globalen Märkten stärken. Durch eine sinkende Nachfrage könnte Europa sogar weltweit zu niedrigeren Preisen beitragen – ein strategischer Schritt mit geopolitischem Gewicht.

Die Kritik verdeutlicht ein zentrales Dilemma der Energiepolitik: Subventionen mögen kurzfristig Entlastung bringen, könnten langfristig jedoch den Preisdruck noch verstärken. Der Vorschlag des Ökonomen setzt stattdessen auf Nachfragesenkung und gezielte Unterstützung als nachhaltigere Lösungen.

Quelle