28 March 2026, 20:33

Immobilienkauf in Deutschland: Warum Wohneigentum immer teurer wird und sich kaum noch lohnt

Ein detailliertes architektonisches Zeichnung eines Hauses mit zahlreichen Fenstern und einem Dach, das als erstes Haus in Deutschland gilt, begleitet von Text und strukturellen Plänen auf Papier.

Immobilienkauf in Deutschland: Warum Wohneigentum immer teurer wird und sich kaum noch lohnt

Immobilienbesitz in Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden. Steigende Steuern, strengere Vorschriften und hohe Nebenkosten machen Wohneigentum zu einer immer größeren finanziellen Belastung. Gleichzeitig bleibt Mieten stark subventioniert – viele stellen sich daher die Frage, ob sich der Kauf einer Immobilie überhaupt noch lohnt.

Jahrzehntelang basierte die deutsche Grundsteuer auf veralteten Einheitswerten aus den 1960er-Jahren. Doch seit dem 1. Januar 2025 orientiert sie sich an den tatsächlichen Immobilienwerten – also an Bodenrichtwerten, Gebäudetyp und Wohnfläche. Die Reform hat zu deutlichen Unterschieden bei der Steuerlast geführt: Manche Eigentümer zahlen weniger, andere müssen mit erheblichen Mehrbelastungen rechnen. Eine Länderöffnungsklausel ermöglicht es den Bundesländern zudem, eigene Regelungen zu treffen, was die regionalen Unterschiede noch verstärkt. Städte wie Dortmund, Hamm und Essen haben die getrennten Hebesätze für Wohn- und Gewerbeimmobilien abgeschafft und kehrten zu einem einheitlichen Steuersatz zurück, um juristische Streitigkeiten über die Gerechtigkeit der Belastung zu vermeiden.

Doch nicht nur die Steuern treiben die Kosten in die Höhe. Käufer müssen mit hohen Zusatzausgaben rechnen: Maklerprovisionen, Notargebühren und die Grunderwerbsteuer schlagen mit mehreren tausend Euro zu Buche. In Nordrhein-Westfalen etwa ist die Grunderwerbsteuer auf 6,5 Prozent gestiegen – mehr als das Dreifache des ursprünglichen Satzes. Strenge Bauvorschriften und verpflichtende Klimaschutz-Auflagen bei Sanierungen erhöhen die Ausgaben zusätzlich. Hypotheken sind in Deutschland schwerer zu erhalten als in vielen anderen Ländern, und durch die langjährigen Tilgungsraten zahlen Eigentümer am Ende oft das Eineinhalbfache des ursprünglichen Kaufpreises.

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Für Politiker ist der Immobiliensektor mittlerweile zu einer wichtigen Einnahmequelle geworden. Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), hat sogar deutlich höhere Grundsteuern vorgeschlagen. Da Mieten stark staatlich gefördert werden, klafft die finanzielle Schere zwischen Kauf und Miete immer weiter auseinander.

Die Reformen und steigenden Kosten haben den deutschen Immobilienmarkt grundlegend verändert. Eigentümer kämpfen mit höheren Steuern, strengeren Auflagen und schwierigeren Finanzierungsbedingungen. Mieter profitieren hingegen von staatlicher Unterstützung – die Entscheidung zwischen Kauf und Miete ist damit schwieriger denn je.

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