25 June 2026, 12:23

Hilfsorganisationen fordern radikale Reform der deutschen Entwicklungspolitik

Hilfsorganisationen kritisieren fehlende Strategie

Hilfsorganisationen fordern radikale Reform der deutschen Entwicklungspolitik

Zwei führende Hilfsorganisationen haben ihre jährliche Bewertung der deutschen Entwicklungspolitik vorgestellt. Welthungerhilfe und Terre des Hommes präsentierten ihre Ergebnisse am Mittwoch in Berlin. In ihrem Bericht fordern sie dringende Reformen bei der Vergabe deutscher Auslandshilfe.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Mathias Mogge und Joshua Hofert, die Generalsekretäre der beiden NGOs, skizzierten die zentralen Kritikpunkte. Entwicklungshilfe müsse bedarfsorientiert, neutral und unabhängig bleiben, so ihre Forderung – sie dürfe nicht an Sicherheits-, Migrations- oder geopolitische Interessen geknüpft werden.

Seit 2022 hat die Bundesregierung das Budget für Entwicklungszusammenarbeit um ein Drittel gekürzt. Bis 2027 sind weitere Kürzungen zu erwarten. Mogge betonte, die Qualität der Hilfe müsse durch weniger Bürokratie und mehr Eigenverantwortung zivilgesellschaftlicher Akteure verbessert werden. Gleichzeitig verwies er auf den wachsenden Bedarf an humanitärer Hilfe und die Notwendigkeit, Prävention stärker zu fördern – statt nur auf Krisen zu reagieren.

Die Organisationen drängen auf eine deutliche Aufstockung der Mittel für humanitäre Hilfe. Im nächsten Bundeshaushalt soll das Budget von derzeit einer Milliarde auf 2,8 Milliarden Euro steigen. Hofert machte klar, dass Reformen kein von Berlin gesteuertes Top-down-Projekt sein dürften. Stattdessen müssten von Anfang an Partnerländer, lokale Zivilgesellschaft und junge Menschen einbezogen werden.

Grundsätzlich begrüßen die NGOs die Neuausrichtung der Politik, kritisieren aber, dass die aktuellen Reformpläne keine klare Strategie erkennen lassen. Zudem warnen sie, dass die Entwicklungspolitik durch Krisen, Kriege und den Klimawandel unter zunehmenden Druck gerät. Der Bericht stellt fest, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit nur dann funktionieren kann, wenn sie sich an lokalen Akteuren orientiert und deutsche Interessen mit denen der Partnerländer in Einklang bringt.

Das gemeinsame Papier fordert einen Kurswechsel in der deutschen Entwicklungshilfe: mehr Finanzmittel, bessere Abstimmung mit lokalen Partnern und einen stärkeren Fokus auf Vorsorge. Die Organisationen hoffen, dass ihre Empfehlungen künftige politische Entscheidungen prägen werden.

Quelle