Grüne in Rheinland-Pfalz verlieren an Stimmen – doch Eder bleibt kämpferisch
Trudel RuppersbergerGrüne in Rheinland-Pfalz verlieren an Stimmen – doch Eder bleibt kämpferisch
Die Grünen in Rheinland-Pfalz erreichten bei der Landtagswahl 2026 acht Prozent der Stimmen – ein leichtes Minus gegenüber dem Ergebnis von 2021. Spitzenkandidatin Katrin Eder zeigte sich trotz des Rückgangs stolz auf das Ergebnis, mit dem die Partei nach 15 Jahren Regierungsbeteiligung in die Opposition zurückkehrt.
Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 68,5 bis 69,5 Prozent und damit höher als 2021, blieb jedoch unter dem Rekordwert von 2016. Ausschlaggebend waren unter anderem der mit 48,1 Prozent höchste jemals verzeichnete Anteil an Briefwählern, eine starke Frühwahlbeteiligung sowie gezielte Wahlkampfkampagnen der AfD auf Plattformen wie TikTok.
Eder, eine der bekanntesten Gesichter der rheinland-pfälzischen Grünen, hatte in den letzten Wahlkampfwochen besonders die Klimapolitik in den Vordergrund gestellt. Dabei versuchte sie, die Partei von ihrem ehemaligen Koalitionspartner, der SPD, abzugrenzen – indem sie die langjährige Vorreiterrolle der Grünen in Umweltfragen betonte. Nach den ersten Hochrechnungen erklärte sie, die Grünen hätten sich als "die ursprüngliche Kraft im Klimaschutz" bewiesen.
Eders politische Laufbahn umfasst unter anderem ihre Zeit als Umwelt- und Verkehrsdezernentin in Mainz, wo sie den Ausbau des ÖPNV und verkehrsberuhigte Zonen vorantrieb, während sie gleichzeitig den Autoverkehr einschränkte. Später setzte sie sich als Landesumweltministerin für umstrittene Maßnahmen ein, etwa für ein Klimaschutzgesetz, das bis 2040 Treibhausgasneutralität vorsieht.
Künftig werden die Grünen mit rund zehn Abgeordneten eine kleine Oppositionsfraktion im Landtag bilden. Ihr Ausscheiden aus der Regierung ist auch eine Folge des Scheiterns der FDP am Wiedereinzug ins Parlament – was ihnen einen möglichen Koalitionspartner nahm. Mit einem Ergebnis von 8 Prozent (2021: 9,3 Prozent) stehen sie nun neben einer erstarkten AfD und einer großen Koalition der etablierten Parteien.
Die Wahlbeteiligungssentwicklung spiegelte größere Trends wider: Die Briefwahl erreichte den zweit höchsten Stand aller Zeiten. Auch die Unterschiede zwischen Stadt und Land sowie sozioökonomische Faktoren prägten das Ergebnis.
In der Opposition wollen die Grünen nun die große Koalition in Klimafragen unter Druck setzen. Eder kündigte an, die Regierung an ihren Umweltversprechen zu messen. Mit acht Prozent der Stimmen bleibt die Partei zwar im Landtag vertreten, sieht sich aber einer veränderten politischen Landschaft gegenüber.






