Gewerkschaft warnt: Steuerpolitik verschärft soziale Ungleichheit in Sachsen-Anhalt
Karl-Peter MöchlichenGewerkschaft warnt: Steuerpolitik verschärft soziale Ungleichheit in Sachsen-Anhalt
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in der Region Leipzig-Halle-Dessau warnt, dass die Steuerpolitik in Deutschland die soziale Ungleichheit verschärft. Nach Angaben der Gewerkschaft werden Arbeitnehmer:innen stark auf ihre Einkommen besteuert, während Vermögende von deutlich niedrigeren Sätzen auf Kapitalerträge und Erbschaften profitieren.
Christian Ullmann, Geschäftsführer der NGG Leipzig-Halle-Dessau, wies auf die Ungerechtigkeiten im aktuellen System hin. Ein durchschnittliches Arbeitspaar zahle rund 43 Prozent seines Einkommens an Steuern und Sozialabgaben. Kapitalerträge hingegen würden oft pauschal mit nur 25 Prozent besteuert.
Die Gewerkschaft verwies zudem auf die eklatanten Unterschiede bei der Vermögensverteilung. In Halle (Saale) gebe es 42 Einkommensmillionäre – bei rund 102.300 Beschäftigten in Handel, Industrie und Dienstleistung. Erbschaften und Vermögen trugen derzeit lediglich 1,1 Prozent zum gesamten Steueraufkommen bei, obwohl eine kleine Elite immer reicher werde.
Die NGG fordert umfassende Reformen in den Bereichen Steuern, Renten und Gesundheit, um die wachsende Kluft zu stoppen. Eine zentrale Forderung ist die Abschaffung der Zusammenveranlagung für Ehepaare, die nach Ansicht der Gewerkschaft arbeitende Familien ungerecht belastet. Viele Vollzeitbeschäftigte kämen kaum noch über die Runden und könnten Grundkosten wie Miete, Sprit und Lebensmittel kaum decken, während eine winzige Elite durch Börsengewinne und Dividenden immer wohlhabender werde.
Die Warnung der Gewerkschaft kommt zu einer Zeit, in der die Lebenshaltungskosten steigen und die Löhne stagnieren. Ohne politische Kurskorrekturen werde sich die Schere zwischen Reich und Arm weiter öffnen, so die NGG.
Die Vorschläge der Gewerkschaft zielen darauf ab, die Steuerlast gerechter zwischen Arbeit und Vermögen zu verteilen. Würden die Reformen umgesetzt, könnte dies die finanzielle Belastung für Arbeitnehmerhaushalte verringern. Bis dahin drängt die NGG die regierende Koalition zum Handeln – gegen das, was sie als wachsende soziale Spaltung bezeichnet.






