Geisterhafte Militäranlage vor Vilm für 60.000 Euro ersteigert – doch was darf der Käufer damit anfangen?
Karl-Peter MöchlichenGeisterhafte Militäranlage vor Vilm für 60.000 Euro ersteigert – doch was darf der Käufer damit anfangen?
Verlassene Militäranlage vor Vilm für 60.000 Euro versteigert
Eine verlassene Militäranlage vor der Küste der Insel Vilm wurde für 60.000 Euro unter den Hammer gebracht. Das als Ostervilm bekannte Gebäude steht im Greifswalder Bodden, unweit eines geschützten Naturschutzgebiets. Der neue Eigentümer muss sich jedoch an strenge rechtliche Vorgaben halten, was die künftige Nutzung des Geländes betrifft.
Die Immobilie war am 4. Juni mit einem Mindestgebot von 39.000 Euro in die Versteigerung gegangen. Der endgültige Kaufpreis stieg auf 60.000 Euro. Die Konstruktion ruht auf 600 Holzpfählen und vereint einen Betonrahmen mit Eisenplatten und Holzverkleidungen.
Das Objekt diente einst als gesicherte Marineeinrichtung. Während seiner militärischen Nutzung wurde in Ostervilm die Entmagnetisierung von Kriegsschiffsrümpfen vorgenommen, um sie vor Magnetminen zu schützen. Vergleichbare Anlagen sind heute noch in Kiel und Wilhelmshaven unter der Regie der Deutschen Marine in Betrieb.
Trotz des Verkaufs darf der neue Besitzer das Gebäude weder beziehen noch umbauen. Ostervilm liegt in einer „äußeren Zone“ ohne Anschluss an die öffentliche Infrastruktur. Behörden haben eine Bebauungsplanung für diesen exponierten Standort ausgeschlossen. Nach geltendem Recht können weder Baugenehmigungen noch touristische Nutzungsbewilligungen erteilt werden.
Mit dem Kauf von Ostervilm erwirbt der Käufer ein einzigartiges, aber rechtlich stark eingeschränktes Objekt. Ohne gesicherten Zugang oder Genehmigungen für eine Bebauung bleibt die Anlage für eine Nutzung gesperrt. Ihre künftige Verwendung ist angesichts der strengen Umwelt- und Baubestimmungen des umliegenden Naturschutzgebiets ungewiss.






