24 March 2026, 10:31

Fregattenprogramm F126: Rheinmetall überholt TKMS im 10-Milliarden-Rennen der Marine

Ein Propagandaplakat aus dem Zweiten Weltkrieg, das einen Soldaten in einem Helm und einer Militäruniform zeigt, der eine Waffe hält, mit dem Text "Investieren Sie in die Invasion, kaufen Sie Kriegsanleihen" darüber.

Fregattenprogramm F126: Rheinmetall überholt TKMS im 10-Milliarden-Rennen der Marine

Unsicherheit um Deutschlands 10-Milliarden-Euro-Fregattenprogramm F126 belastet Rüstungswerte

Die Zukunft des deutschen Fregattenprogramms F126 im Volumen von 10 Milliarden Euro hat diese Woche die Aktienkurse der Rüstungsbranche erschüttert. Die Papiere des Antriebsherstellers RENK verloren drei Prozent, während ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) fast sieben Prozent einbüßte. Die Verzögerungen bei der Vertragsvergabe halten Investoren in Atem, die auf eine Entscheidung der Bundesregierung warten.

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Unterdessen hat Rheinmetall seine Position im Rennen um die Projektführung gestärkt. Die jüngste Übernahme der NVL-Sparte von Lürssen – inklusive der Blohm+Voss-Werft – macht das Unternehmen zum Favoriten, um den ursprünglichen niederländischen Partner Damen Naval zu ersetzen, der sich nach monatelangen Rückschlägen zurückgezogen hatte.

Das F126-Programm, das größte Neubauvorbaben der Deutschen Marine, sieht den Bau von sechs hochmodernen Fregatten vor. Trotz wiederholter Verzögerungen drängt Rheinmetall nun auf einen zügigen Neustart. Eine Entscheidung des Verteidigungsministeriums wird bis Ende April erwartet, die Vertragsvergabe könnte im Sommer erfolgen.

Rheinmetalls Angebot hat seit dem Kauf der Lürssen-Marinesparte im März 2026 an Fahrt gewonnen. Dieser Schritt ersetzt die gescheiterte Partnerschaft mit Damen Naval und positioniert Rheinmetall als wahrscheinlichen Generalunternehmer. Parallel prüft das Ministerium weiterhin das MEKO-A-200-Design von TKMS als Alternative, doch neue Kooperationen zwischen Rheinmetall und anderen deutschen Unternehmen wurden bisher nicht bekannt.

Trotz der Marktverwerfungen meldete RENK starke Zahlen für 2025. Der Umsatz stieg auf den Rekordwert von 1,37 Milliarden Euro, während sich der Nettogewinn auf 101 Millionen Euro mehr als verdoppelte. Der Auftragsbestand liegt bei 6,68 Milliarden Euro, und für 2026 wird ein Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro prognostiziert. Die Aktionäre profitieren zudem von einer 38-prozentigen Dividendenerhöhung auf 0,58 Euro pro Aktie, auszahlbar ab dem 11. Juni 2026.

Dennoch notiert die RENK-Aktie weiterhin über 40 Prozent unter ihrem Höchststand vom Oktober 2025 und handelt deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Der nächste Quartalsbericht, der am 6. Mai 2026 ansteht, könnte weitere Klarheit bringen – doch bis dahin wird die F126-Entscheidung im Fokus der Anleger bleiben.

Die Zukunft des F126-Programms wird die kurzfristige Entwicklung der Rüstungsbranche prägen. Rheinmetalls Übernahme der Lürssen-Marineassets hat die Kräfteverhältnisse verschoben und das Unternehmen in die Pole Position gebracht. Für RENK und TKMS werden die kommenden Monate entscheidend von der Ministerentscheidung abhängen – die voraussichtlich bis zum Sommer 2026 fallen wird.

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