FDP vor Machtkampf: Dürr oder Höne – wer führt die Liberalen in die Zukunft?
Sami RöhrichtFDP vor Machtkampf: Dürr oder Höne – wer führt die Liberalen in die Zukunft?
In der Freien Demokratischen Partei (FDP) bahnt sich ein Führungsstreit an. Henning Höne hat seine Kandidatur angekündigt und will den amtierenden Parteivorsitzenden Christian Dürr bei der Wahl herausfordern. Die Abstimmung findet Ende Mai auf dem Bundesparteitag statt, nachdem sich die aktuelle Führung kollektiv zum Rücktritt entschieden hat.
Der FDP-Bundesvorstand unter Dürrs Führung hatte beschlossen, vor dem Parteitag zurückzutreten. Mehrere Mitglieder – darunter Dürr selbst – bewerben sich nun um eine Wiederwahl. Dürr wirbt mit einer Kampagne des Optimismus und einer erneuten Betonung marktliberaler Politik. Die Partei müsse die wirtschaftlichen Sorgen von Millionen Menschen angehen, argumentiert er.
Historisch gesehen hat sich die FDP stets durch liberale Lösungen für die zentralen Herausforderungen ihrer Zeit definiert. In den 1970er-Jahren vollzog sie den Wandel vom sozialen Liberalismus, wie er in den Freiburger Thesen von 1971 skizziert wurde, hin zum Wirtschaftsliberalismus mit den Kieler Thesen von 1977. Dieser Kurswechsel positionierte die Partei als Gegengewicht zu den wirtschafts- und sozialpolitisch linksgerichteten Plänen der SPD – mit Forderungen nach weniger staatlicher Einmischung und mehr Marktfreiheit.
Die anstehende Wahl wird entscheiden, ob Dürr an der Spitze bleibt oder Höne die Führung übernimmt. Das Ergebnis könnte die Ausrichtung der FDP prägen, während sie versucht, bei Wirtschaftsthemen wieder stärker an die Wähler anzudocken. Auf dem Parteitag Ende Mai wird die neue Führungsriege endgültig feststehen.






