FDP-Streit eskaliert nach Hagens Interview mit der Jungen Freiheit
In der Freien Demokratischen Partei (FDP) ist eine Debatte entbrannt, ausgelöst durch ein Interview, das der parteieigene Generalsekretär Martin Hagen der rechtsextremen Publikation Junge Freiheit (JF) gegeben hat. Die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger übt öffentlich Kritik an Hagen und wirft ihm vor, mit dem Medium ein falsches Signal zu setzen.
Leutheusser-Schnarrenberger, die von 2009 bis 2013 unter Bundeskanzlerin Angela Merkel amtierte, argumentiert, dass Gespräche mit der JF die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) salonfähig machen könnten. Die dem linken FDP-Flügel zugerechnete Sabine Döring sagte daraufhin ihre Teilnahme an einer Podiumsdiskussion der Friedrich-Naumann-Stiftung ab – aus Protest gegen die Wahl des Debattenforums.
Hagen verteidigte seinen Schritt und betonte, die Junge Freiheit sei weder unseriös noch verfassungsfeindlich. Gleichzeitig stellte er klar, dass die FDP keine Zusammenarbeit mit der AfD anstrebe, da diese als Partner „nicht infrage komme“. Der Spiegel hingegen verurteilte das Interview scharf und warf der JF vor, journalistische Grundsätze zu verletzen.
FDP-Vorstandsmitglied Susanne Seehofer lobte dagegen das Gespräch und plädierte dafür, sich auch außerhalb politischer Echokammern auszutauschen. Hagen selbst bedauerte, dass die Gesellschaft die Fähigkeit zum konstruktiven Streit verloren habe, und warnte davor, dass Konflikte zunehmend als Bedrohung für die Demokratie wahrgenommen würden.
Die Kontroverse offenbart die Spaltungen innerhalb der FDP beim Umgang mit rechtsextremen Medien. Während Hagen eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch ausschließt, melden sich innerparteiliche Kritiker weiterhin zu Wort. Die Debatte spiegelt die größeren gesellschaftlichen Spannungen wider, wenn es um die Grenzen des politischen Diskurses geht.
