Extreme Unterschiede: Terrassengebühren in Sachsen-Anhalt zwischen 52 und 1.163 Euro
Trudel RuppersbergerExtreme Unterschiede: Terrassengebühren in Sachsen-Anhalt zwischen 52 und 1.163 Euro
Gastronomie im Freien: Gebühren für Terrassenplätze in Sachsen-Anhalt variieren extrem
Die Kosten für die Bewirtschaftung von Außengastronomie unterscheiden sich in Sachsen-Anhalt stark – während einige Städte hohe Gebühren erheben, verzichten andere komplett darauf. Ein aktueller Vergleich zeigt: In Wernigerode zahlen Gastwirte die höchsten Terrassengebühren der Region, mit über 1.000 Euro für eine Standardfläche. Der Bund der Steuerzahler fordert unterdessen die Abschaffung dieser Abgaben, um die angeschlagenen Innenstädte zu stärken.
Die Analyse bezog sich auf eine typische 25 Quadratmeter große Terrasse in zentraler Lage, die von Mai bis September betrieben wird. Im Schnitt belaufen sich die Gebühren für die Saison auf 328 Euro, doch die Unterschiede zwischen den Kommunen sind eklatant: Während Wernigerode mit 1.163 Euro an der Spitze liegt – unter anderem wegen eines 2023 eingeführten Zuschlags für die Bewirtschaftung des Marktplatzes –, verlangt Schönebeck für denselben Zeitraum nur 52 Euro.
Jede fünfte befragte Kommune erhebt überhaupt keine Gebühren für Außengastronomie. Dessau-Roßlau sticht als einzige Stadt mit einer pauschalen Jahresgebühr hervor. Der Bund der Steuerzahler argumentiert, dass ein Wegfall der Abgaben kaum spürbare Auswirkungen auf die Haushalte der Kommunen hätte, da sie weniger als 0,05 Prozent der Gesamteinnahmen ausmachen. Die Verwaltungskosten für Genehmigungsanträge waren in den Berechnungen nicht enthalten.
Die Organisation betont, dass die Abschaffung der Terrassengebühren die Belebung der Innenstädte fördern würde, indem sie die Außengastronomie entlastet. Viele Gastwirte kämpfen mit finanziellen Belastungen – geringere Kosten könnten mehr Betriebe dazu bewegen, ihre Sitzplätze im Freien auszuweiten.
Die Studie offenbart deutliche Unterschiede bei den Terrassengebühren in Sachsen-Anhalt, wobei einige Städte mehr als das Zwanzigfache anderer verlangen. Ein Verzicht auf die Abgaben würde die Gastwirte entlasten, ohne die kommunalen Finanzen nennenswert zu belasten. Der Bund der Steuerzahler setzt sich weiterhin für eine Reform ein, um die Wirtschaft und die städtische Erholung zu unterstützen.






