31 March 2026, 18:32

Experte warnt vor riskanten Plänen zur Rückkehr syrischer Flüchtlinge

Ein Plakat mit einer Karte von Syrien mit Daten zu internal vertriebenen Menschen aufgrund von Gewalt, begleitet von Text und Graphiken.

Experte warnt vor riskanten Plänen zur Rückkehr syrischer Flüchtlinge

Pläne zur Rückführung syrischer Flüchtlinge aus Deutschland stoßen auf scharfe Kritik eines führenden Migrationsexperten. Winfried Kluth, Vorsitzender des Sachverständigenrats für Integration und Migration, warnte, die Vorschläge könnten falsche Hoffnungen wecken und die Unsicherheit der Betroffenen noch verstärken. Die Debatte entzündet sich an den Plänen von Bundeskanzler Friedrich Merz und dem syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa, die innerhalb von drei Jahren eine groß angelegte Rückkehr organisieren wollen.

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Merz und al-Sharaa hatten kürzlich ein ehrgeiziges Ziel verkündet: Innerhalb der nächsten drei Jahre sollen 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer in ihre Heimat zurückkehren. Offizielle Zahlen vom März 2026 zeigen, dass sich rund 936.000 syrische Staatsbürger im Land aufhalten, davon haben über 700.000 vor dem Bürgerkrieg geflohen.

Kluth stellte infrage, ob Syrien derzeit für Rückkehrer sicher sei. Angesichts anhaltender Gewalt und instabiler Verhältnisse könne die Sicherheit der Rückkehrer nicht garantiert werden, argumentierte er. Zwar räumte er ein, dass Syrien Unterstützung beim Wiederaufbau benötige, doch müsse bei jeder Rückführung die Sicherheit absolute Priorität haben.

Der Experte verwies zudem auf die Fortschritte, die viele Syrer in Deutschland bei der Integration gemacht hätten. Tausende seien mittlerweile erwerbstätig, besuchten Schulen oder engagierten sich in ihren Gemeinden. Kluth forderte die Politik auf, die Rechte der Geflüchteten mit den Anforderungen des deutschen Arbeitsmarktes in Einklang zu bringen, bevor über Rückkehrprogramme entschieden werde.

Die Rückführungspläne bleiben umstritten – Kluths Warnungen unterstreichen die Bedenken hinsichtlich der Umsetzbarkeit. Deutschland beherbergt derzeit fast eine Million Syrer, von denen viele sich hier ein neues Leben aufgebaut haben. Groß angelegte Rückkehrprogramme wären nur bei einer nachhaltigen Verbesserung der Lage in Syrien und unter sorgfältiger Abwägung rechtlicher wie humanitärer Aspekte realisierbar.

Quelle