Ehegattensplitting: Wer profitiert wirklich von den 25 Milliarden Steuervorteilen?
Trudel RuppersbergerEhegattensplitting: Wer profitiert wirklich von den 25 Milliarden Steuervorteilen?
Deutschlands Ehegattensplitting bringt jährliche Steuervorteile von rund 25 Milliarden Euro
Eine aktuelle Analyse zeigt, wie diese Entlastungen verteilt sind – der Großteil kommt Familien mit Kindern zugute. Doch der Anteil kinderloser Paare ist im vergangenen Jahrzehnt gestiegen.
Den größten Teil der Ersparnisse, 67 Prozent, erhalten Eltern mit "steuerrelevanten Kindern", also unter 18-Jährigen oder solchen, die sich noch in Ausbildung befinden. Weitere 33 Prozent fließen an Eltern, deren Kinder bereits erwachsen sind und keine Ausbildung mehr absolvieren. Nur 9 Prozent der gesamten Summe – etwa 2,2 Milliarden Euro – profitieren kinderlose verheiratete Paare.
Das System begünstigt zudem Doppelverdiener-Haushalte, die 63 Prozent des Steuervorteils erhalten. Einverdienere-Familien kommen dagegen auf 37 Prozent der Ersparnisse. Änderungen am Ehegattensplitting würden daher vor allem Haushalte mit einem einzigen Einkommen treffen.
In den letzten zehn Jahren hat sich das Verhältnis verschoben: Daten des Bundesfinanzministeriums und des DIW Berlin belegen, dass kinderlose Paare mittlerweile über 65 Prozent der Steuervorteile in Anspruch nehmen – 2016 waren es noch 55 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil der Familien mit Kindern von 45 auf unter 35 Prozent, da steigende Durchschnittseinkommen kinderlosen Paaren stärker zugutekamen.
Aktuell fließen 90 Prozent der Steuerentlastung an verheiratete Paare mit Kindern. Doch der Trend zeigt, dass kinderlose Haushalte einen immer größeren Teil der Ersparnisse erhalten. Künftige Reformen müssten diese Verschiebungen und ihre Auswirkungen auf verschiedene Familientypen berücksichtigen.






