18 June 2026, 14:22

Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus und setzt auf pragmatische Sanierung

Es gibt immer noch den bescheidenen Modernismus im Osten und Westen

Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus und setzt auf pragmatische Sanierung

Düsseldorf hat die Pläne für den Bau eines neuen, vom Architekturbüro Snøhetta entworfenen Opernhauses im Wert von einer Milliarde Euro aufgegeben. Das Projekt wurde gestoppt, nachdem die Kosten auf 1,8 Milliarden Euro explodiert waren. Das Grundstück, das die Stadt ursprünglich für 137 Millionen Euro erworben hatte, wurde nun zurückübertragen.

Die Entscheidung, den Snøhetta-Entwurf nicht weiterzuverfolgen, bedeutet das Ende von Düsseldorfs Bestrebungen, das Nachkriegs-Opernhaus zu ersetzen. Angesichts der stark gestiegenen Kosten prüften Verantwortliche Alternativen. Das Architekturbüro raumwerk schlug mit dem „Blau-Grünen Ring“ ein kostengünstigeres Design vor, das 25 Prozent mehr Kapazität bietet und eine visuelle Verbindung zu den benachbarten Kulturgebäuden herstellt. Oberbürgermeister Stephan Keller plädiert inzwischen dafür, den Fokus auf die Sanierung des bestehenden Opernhauses am Hofgarten zu legen. Die Modernisierungskosten werden auf 400 bis 500 Millionen Euro geschätzt.

In Rostock hatte die CDU geplant, das Volkstheater abzureißen, um Platz für neue Wohnungen zu schaffen. Doch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin hat das nachkriegsmoderne Gebäude unter Schutz gestellt, wodurch ein Abriss unwahrscheinlich wird. Gleichzeitig läuft bereits der Bau eines neuen Theaters, entworfen vom Berliner Büro Hascher Jehle, mit geschätzten Kosten von 208 Millionen Euro.

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Die Absage des Düsseldorfer Opernhausprojekts könnte auf einen generellen Trend hin zu weniger kostspieligen Kultur-Großprojekten in deutschen Städten hindeuten. Rostock zeigt mit dem unter Schutz gestellten Volkstheater und dem Neubau ebenfalls eine Entwicklung hin zu pragmatischeren und kostensensibleren Lösungen.

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