Drei Brüder brechen mit der Tradition: Gemeinsame Hofübernahme statt Einzel-Erbe
Karl-Peter MöchlichenDrei Brüder brechen mit der Tradition: Gemeinsame Hofübernahme statt Einzel-Erbe
Ein Familienbetrieb in Rethen, Niedersachsen, bricht mit der Tradition: Statt einen einzigen Erben zu bestimmen, übernehmen alle drei Brüder gemeinsam den Hof. Lasse, Malte und Jan Ole Oestmann führen nun den 650 Hektar großen Betrieb zusammen – teilen sich die Arbeit wie auch die Entscheidungen. Ihr Modell stellt das übliche Erbfolgemuster in der deutschen Landwirtschaft infrage.
Der Hof der Familie Oestmann bewirtschaftet 650 Hektar Ackerland, hält 5.000 Mastschweine und betreibt eine Biogasanlage mit 1,8 Megawatt Leistung. Statt den Betrieb an einen einzigen Nachfolger zu übergeben, haben sich die Brüder für eine gemeinsame Führung entschieden – ein seltenes Modell in der Landwirtschaft, wo die Hofübergabe an einen Einzelnen nach wie vor die Regel ist.
Jeder der drei Brüder verantwortet nun einen eigenen Bereich. Klare Absprachen und großes Vertrauen helfen ihnen, Aufgaben und Verantwortlichkeiten zu koordinieren. Durch die Verteilung der Arbeit auf drei Schultern wollen sie den Betrieb reibungslos am Laufen halten und gleichzeitig den Führungsdruck teilen.
Ihr gemeinsames Konzept ersetzt das traditionelle Einzel-Erben-Modell. Ihr System basiert auf Zusammenarbeit, klaren Rollen und gegenseitigem Vertrauen, um die Produktivität des Hofs zu sichern. Die Lösung könnte Familienbetrieben, die vor Nachfolgeproblemen stehen, einen neuen Weg aufzeigen.






