Deutschlands Wirtschaftskrise: Warum die produktive Mitte unter der Last der anderen ächzt
Karl-Peter MöchlichenDeutschlands Wirtschaftskrise: Warum die produktive Mitte unter der Last der anderen ächzt
Deutschland steht vor einer schweren finanziellen und wirtschaftlichen Krise. Im Kern geht es um eine wachsende Kluft zwischen den produktiven und den nicht-produktiven Bereichen der Wirtschaft. Die Spannungen entstehen dadurch, wie Risiken und Kosten in der Gesellschaft verteilt werden.
Die produktive Wirtschaft – bestehend aus privatwirtschaftlichen Arbeitgebern und Arbeitnehmern – trägt die größten Lasten. Diese Beschäftigten sind direkt von Absatzrisiken betroffen, wenn Waren und Dienstleistungen nicht verkauft werden. Gleichzeitig müssen sie die Folgen der Inflation bewältigen und zudem die finanziellen Belastungen der nicht-produktiven Sektoren mittragen.
Zum nicht-produktiven Bereich zählen rund fünf Millionen Bürger, die Bürgergeld (Arbeitslosengeld) beziehen. Hinzu kommen weite Teile des öffentlichen Sektors, in dem notwendige Dienstleistungen mit Verwaltungsaufgaben einhergehen, die keinen wirtschaftlichen Mehrwert schaffen. So müssen etwa die Gehälter von Beamten selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten mindestens 15 Prozent über dem Sozialhilfeniveau liegen – unabhängig von der allgemeinen Wirtschaftslage.
Anders als Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft bleiben Empfänger von Sozialleistungen und viele öffentliche Bedienstete von wirtschaftlichen Abschwüngen weitgehend verschont. Ihre Einkommensansprüche sind selbst dann gesichert, wenn Unternehmen kämpfen. Besonders deutlich wird dieses Ungleichgewicht in Bereichen wie der Gesundheitsversorgung und der Pflege, wo eine steuerfinanzierte Überversorgung besteht.
Die Krise spiegelt eine schiefe Risikoverteilung wider: Die privatwirtschaftlich Beschäftigten tragen die Kosten der Inflation und finanzieren über Steuern die nicht-produktiven Bereiche. Gleichzeitig verschärft der geschützte Status von Sozialleistungen und öffentlichen Gehältern die finanzielle Belastung der produktiven Wirtschaft.






