22 March 2026, 04:29

Deutschland führt Eignungs-Check für 18-Jährige ein – trotz ausgesetzter Wehrpflicht

Ein Buch, das bunt gefärbte deutsche Armee-Militäruniformen mit detaillierten Elementen wie Helmen, Gewehren und anderen Waffen zeigt, begleitet von beschreibendem Text.

Militärberater für die Einberufung: 'Elternsorgen wachsen' - Deutschland führt Eignungs-Check für 18-Jährige ein – trotz ausgesetzter Wehrpflicht

Deutschland führt ein neues System ein, das alle 18-Jährigen verpflichtet, einen Fragebogen zur militärischen Eignung auszufüllen. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über mögliche Konflikte – obwohl die Wehrpflicht weiterhin ausgesetzt bleibt. Familien und junge Erwachsene suchen zunehmend Rat zu Militärdienst und Kriegsdienstverweigerung.

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Die überarbeitete Gesetzgebung sieht vor, dass jeder junge Mann und jede junge Frau mit Erreichen des 18. Lebensjahres einen Fragebogen erhält. Dieser prüft ihre körperliche Tauglichkeit und Bereitschaft, in der Bundeswehr zu dienen. Zwar setzt Deutschland derzeit auf freiwillige Meldungen, doch die Regierung hat gewarnt, dass eine "bedarfsorientierte Wehrpflicht" wieder eingeführt werden könnte, falls die Rekrutierungsziele nicht erreicht werden.

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) bietet Beratungen für diejenigen an, die unsicher über ihre militärischen Verpflichtungen sind. Die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen ist gestiegen, seit sich die Spannungen wegen eines hypothetischen Angriffs auf den Iran verschärft haben – auch wenn es bis Februar 2024 zu keinem tatsächlichen Konflikt gekommen ist. Besonders Eltern und Großeltern äußern Bedenken, dass ihre Angehörigen im Falle einer Mobilmachung betroffen sein könnten.

Die Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen bleibt in Deutschland ein gesetzlich verankertes Recht. Die Anzahl der Anträge ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen: 2025 wurden 2.830 bewilligt, und bis Ende Februar dieses Jahres bereits 1.035. Viele fragen sich weiterhin, ob sie im Ernstfall an einem Krieg teilnehmen würden.

Das neue Fragebogensystem markiert einen Wandel in der deutschen Vorbereitung auf künftige Verteidigungsanforderungen. Da die freiwillige Rekrutierung zunehmend in der Kritik steht, rückt die Möglichkeit einer Wiedereinführung der Wehrpflicht näher, sollten die Ziele verfehlt werden. Gleichzeitig zeigen die steigende Nachfrage nach Beratungsangeboten und die wachsende Zahl von Verweigerungsanträgen, wie groß die öffentliche Unsicherheit über eine militärische Beteiligung nach wie vor ist.

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