Deutsche Industrie kämpft mit drastischem Auftragseinbruch und drohender Rezession
Wibke WeitzelDeutsche Industrie kämpft mit drastischem Auftragseinbruch und drohender Rezession
Deutschlands Industrie durchlebt einen weiteren schwierigen Monat
Im April musste die deutsche Industrie einen weiteren Rückschlag hinnehmen: Die Auftragseingänge gingen stärker zurück als erwartet. Der Rückgang betraf sowohl den Inlands- als auch den Auslandsmarkt und vertieft die Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Experten warnen mittlerweile vor einer möglichen Rezession in den kommenden Monaten.
Die Industrieaufträge in Deutschland sanken im April im Vergleich zum Vormonat um 3,8 Prozent. Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang von 2 Prozent gerechnet, doch der tatsächliche Einbruch fiel deutlich schärfer aus. Besonders schwach entwickelte sich die ausländische Nachfrage, die insgesamt um 4,2 Prozent schrumpfte. Die Bestellungen aus den Euro-Ländern brachen sogar um 11,1 Prozent ein.
Auch im Inland gingen die Aufträge zurück – um 2,9 Prozent. Schlüsselsektoren litten besonders: Die Automobilbranche verzeichnete einen Rückgang der Neugeschäfte um 5,3 Prozent, während die Maschinenbauer im April sogar einen Einbruch von 7,4 Prozent hinnehmen mussten.
Hinzu kamen anhaltende Lieferkettenprobleme: Im Mai berichteten 15,9 Prozent der Unternehmen von Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Vorprodukten – ein Anstieg gegenüber 13,8 Prozent im April. Dies deutet auf anhaltende Belastungen für die Produktion hin. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, warnte, dass die Wirtschaft im zweiten Quartal wahrscheinlich schrumpfen werde.
Der anhaltende Abschwung hat auch den Arbeitsmarkt hart getroffen: Seit 2019 hat Deutschland 300.000 Industriearbeitsplätze verloren, und jeden Monat verschwinden weitere 10.000 Stellen. Udo Dinglreiter, Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, beschrieb die Stimmung in den Mitgliedsunternehmen angesichts der sich verschlechternden Wirtschaftslage als „katastrophal“.
Die jüngsten Zahlen unterstreichen den anhaltenden Niedergang der deutschen Industrie, die seit 2019 kein Wachstum mehr verzeichnet. Die schwache Nachfrage aus den Euro-Partnerländern und die anhaltenden Lieferengpässe belasten den Sektor weiterhin. Die Aussichten bleiben ungewiss, während die Arbeitsplatzverluste steigen und Schlüsselbranchen weitere Rückschläge erleiden.






