Deutsche Bank und BII starten 150-Mio.-Dollar-Programm für Afrikas Handelsfinanzierung
Sami RöhrichtDeutsche Bank und BII starten 150-Mio.-Dollar-Programm für Afrikas Handelsfinanzierung
Deutsche Bank und British International Investment starten 150-Millionen-Dollar-Risikoteilungsprogramm
Die Deutsche Bank hat sich mit der British International Investment (BII) zusammengeschlossen, um ein Risikoteilungsprogramm im Volumen von 150 Millionen US-Dollar auf den Weg zu bringen. Die Initiative zielt darauf ab, die Handelsfinanzierung in unterversorgten afrikanischen Märkten zu stärken. Es handelt sich dabei um die erste formelle Partnerschaft zwischen den beiden Institutionen.
Die neue Vereinbarung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem viele afrikanische Länder mit einem schweren Liquiditätsmangel kämpfen. Kleinere Volkswirtschaften wie Sambia, Äthiopien und Ruanda haben besonders große Schwierigkeiten, Zugang zu Handelsfinanzierungen zu erhalten. Die Afrikanische Entwicklungsbank schätzt die jährliche Finanzierungslücke im afrikanischen Handel auf etwa 100 Milliarden US-Dollar.
In den vergangenen fünf Jahren haben mindestens 15 große internationale Banken – darunter Standard Chartered, Barclays, HSBC und Citi – ihr Engagement in Afrika zurückgefahren oder sich vollständig aus dem Markt zurückgezogen. Besonders betroffen von diesen Abzügen waren Nigeria, Kenia, Südafrika und die Region Ostafrika.
Im Rahmen der neuen Zusammenarbeit übernimmt die BII die Rolle eines finanziellen Rückhaltes für die Handelsfinanzierungsaktivitäten der Deutschen Bank. Das Programm funktioniert als unfundierte Risikobeteiligungsvereinbarung, was bedeutet, dass die BII potenzielle Verluste mitträgt, anstatt direkte Mittel bereitzustellen.
Die Ankündigung erfolgt nach einem Führungswechsel bei der Deutschen Bank: Gerald Podobnik hat die Position des Co-Leiters der globalen Unternehmenssparte übernommen und löst damit Ole Matthiessen ab. Unterdessen notiert die Aktie der Deutschen Bank aktuell bei 25,80 Euro – rund 14 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt.
Das 150-Millionen-Dollar-Programm konzentriert sich auf Märkte, in denen Handelsfinanzierungen weiterhin knapp sind. Die Deutsche Bank und die BII wollen so die Liquiditätsengpässe angehen, die sich nach Jahren des Bankenrückzugs weiter verschärft haben. Sollte die Initiative erfolgreich sein, könnte dies weitere Investitionen in Afrikas unterbankte Regionen anregen.