16 March 2026, 16:36

Deutsche Bahn drohen Zugstreichungen in Bayern wegen marodem Schienennetz

Eine alte Karte des Basel-Strasburg-Gebiets in Deutschland, die den Verlauf der Eisenbahnlinie anzeigt.

Marode Bahn: Zugstreichungen in der Diskussion - Deutsche Bahn drohen Zugstreichungen in Bayern wegen marodem Schienennetz

Deutsche Bahn könnte Zugverbindungen in Bayern streichen – marodes Schienennetz als Grund

Die Deutsche Bahn erwägt Kürzungen im Zugangebot in Bayern wegen des sanierungsbedürftigen Schienennetzes in der Region. Der Konzern hat die Pläne zwar noch nicht offiziell bestätigt, will aber bis Anfang nächster Woche eine Entscheidung bekannt geben. Der Schritt folgt auf jahrelange Unterinvestitionen in die Infrastruktur des Freistaats.

Die möglichen Streichungen wurden nach einem Gespräch zwischen DB-Chefin Evelyn Palla und dem CSU-Verkehrsexperten Jürgen Baumgärtner bekannt. Dieser bestätigte, dass Serviceeinschränkungen zur Debatte stünden. Gleichzeitig schlug Philipp Nagl, Chef der DB Infrago, vor, die Trassenvergabe anzupassen, um Qualität und Kapazität besser in Einklang zu bringen.

Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) lehnt eine monatelange Vollsperrung der Strecke München–Rosenheim im Jahr 2028 entschieden ab – ein Vorhaben, das die Bahn zuvor in den Raum gestellt hatte. Er bestehe darauf, Streichungen wo immer möglich zu vermeiden. Fachleute warnen jedoch, dass die Sanierung des vernachlässigten bayerischen Schienennetzes mindestens ein weiteres Jahrzehnt in Anspruch nehmen werde.

Auch das bundesweite Modernisierungsprogramm der Deutschen Bahn kommt nur schleppend voran. Das Unternehmen rechnet nun damit, die grundlegenden Sanierungen an 40 großen Streckenabschnitten erst bis 2036 abzuschließen – fünf Jahre später als ursprünglich geplant. Die Grünen fordern die Staatsregierung auf, die Mittel für Instandhaltungsmaßnahmen deutlich aufzustocken, da die aktuelle Situation nicht mehr tragbar sei.

Eine endgültige Entscheidung über mögliche Streichungen wird in den kommenden Tagen erwartet. Sollten die Kürzungen umgesetzt werden, wären sie eine erhebliche Belastung für Fahrgäste in Bayern. Das seit Jahren unterfinanzierte Schienennetz des Landes steht nun vor einem langwierigen und kostspieligen Erneuerungsprozess.

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