Deutsche Autoexporte nach China brechen seit 2020 dramatisch ein – was steckt dahinter?
Karl-Peter MöchlichenDeutsche Autoexporte nach China brechen seit 2020 dramatisch ein – was steckt dahinter?
Deutsche Autoexporte nach China gehen seit fünf Jahren stark zurück
2018 exportierte Deutschland noch rund 573.000 Fahrzeuge in die Volksrepublik, doch bis 2023 sank diese Zahl auf etwa 390.000. Besonders deutlich wurde der Rückgang seit 2020 – angetrieben durch den wachsenden Wettbewerb chinesischer Hersteller und wirtschaftliche Belastungen.
Trotz der Schwächephase in der Automobilbranche zeigen sich andere Industriezweige widerstandsfähig. Über 76 Prozent der Bruttowertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe stammen aus Bereichen mit stabiler Nachfrage in den vergangenen Jahren. Viele Unternehmen setzen mittlerweile auf Produkte, die mit wachsenden Märkten verknüpft sind – nur die Autoindustrie bildet hier eine Ausnahme.
Elektrooffensive und Handelskonflikte bremsen Exporte Der Einbruch bei den deutschen Autoexporten nach China verschärfte sich nach 2020. Lokale E-Auto-Hersteller wie BYD gewannen Marktanteile, während die Corona-Pandemie Lieferketten durcheinanderbrachte. Handelsstreitigkeiten und EU-Zölle belasteten die Situation zusätzlich, hinzu kam die abschwächende Konjunktur in China. Innerhalb weniger Jahre halbierten sich die Ausfuhren nahezu.
Industrie im Wandel – doch die Autobranche hinkt hinterher Abseits des Automobilsektors passt sich die deutsche Industrie an. In Branchen wie Metallverarbeitung oder Chemie dominieren hochwachstumsstarke Segmente. Die meisten Industrieunternehmen konzentrieren sich inzwischen auf Produkte mit steigender Nachfrage – ein Zeichen für den breiten Trend zur Innovation.
Experten fordern von der Politik, diesen Wandel zu unterstützen. Oliver Falck vom ifo Institut sieht zwar positive Ansätze, warnt aber vor Selbstzufriedenheit. Er plädiert für mehr Innovationsförderung über Kapitalmärkte, Steuerreformen und flexiblere Regulierungen. Ein mögliches Modell: Produkte in Deutschland entwickeln, die Fertigung aber ins kostengünstigere Ausland verlagern.
Doch die Automobilbranche bleibt ein Sorgenkind. Anders als andere Industrien gelingt es ihr bisher nicht, erfolgreich auf wachstumsstarke Produkte umzusteigen. Diese Schieflage zeigt, wie ungleichmäßig sich die deutsche Industrie verändert.
Fazit: Zwischen Aufbruch und Rückstand Die deutsche Industrie ist im Umbruch – viele Sektoren profitieren von gefragten Produkten. Doch der anhaltende Rückgang der Autoexporte macht deutlich: Politik und Wirtschaft müssen gemeinsam Strategien entwickeln, die Innovation und Anpassungsfähigkeit stärken, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.






