16 March 2026, 10:32

Derby-Alarm: Hannover 96 gegen Braunschweig stellt Fan-Kultur auf die Probe

Ein Fuballspiel im Gange mit Spielern in Sportbekleidung und Helmen auf dem Feld, Zuschauern, Gel"andern und Tafeln mit Text im Hintergrund.

Innenministerin: Ultras haben ein Problem in den eigenen Reihen - Derby-Alarm: Hannover 96 gegen Braunschweig stellt Fan-Kultur auf die Probe

Der anstehende Derby zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig rückt die Stadion-Sicherheit in den Fokus. Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens fordert einen neuen Ansatz und ruft Fan-Gruppen auf, Gewalt in den eigenen Reihen zu bekämpfen. Sie argumentiert, dass der bisherige Einsatz großer Polizeikräfte bei Fußballspielen auf Dauer nicht tragbar sei.

Das Spiel beginnt am Freitagabend um 18:30 Uhr in Hannover. Ministerin Behrens macht deutlich, dass sie weniger Polizisten im Stadion sehen will. Die derzeitige Praxis, bis zu 2.000 Beamte für ein einziges Spiel einzusetzen, bezeichnet sie als überzogen. Sie verweist darauf, dass andere Großveranstaltungen wie Festivals oder Konzerte mit deutlich weniger Sicherheitskräften auskommen.

Behrens betont, dass Gewalt in der Fankultur keinen Platz habe und von den Besuchern nicht toleriert werden dürfe. Sie fordert die Ultra-Gruppen auf, Verantwortung zu übernehmen, und warnt: Falls diese untätig bleiben, könnten Politiker und Fußballverbände eingreifen. Ihre Haltung hat ihr bei einigen Anhängern den Ruf eingebracht, eine Gegnerin der Fan-Interessen zu sein.

Fan-Organisationen in Niedersachsen haben bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen, um Konflikte zu entschärfen. Dazu gehören Dialogprogramme zwischen verfeindeten Fangruppen, strengere Ticketkontrollen bei Risikospielen und Schulungen für Ordner. Zudem tauschen Polizei und Fan-Vertreter Informationen aus, um mögliche Störenfriede frühzeitig zu identifizieren. Trotz dieser Bemühungen gibt es laut öffentlichen Unterlagen kaum Belege für groß angelegte, formelle Initiativen zur Eindämmung von Gewalt.

Behrens hat mehrfach betont, dass ein Umdenken nötig sei. Sie erwartet, dass Fans gewaltbereites Verhalten in den eigenen Reihen aktiv ansprechen – statt darauf zu warten, dass die Behörden einschreiten.

Das Derby wird zeigen, ob die Fan-Gruppen Sicherheitsfragen ohne massiven Polizeieinsatz bewältigen können. Sollte die Gewalt anhalten, könnten weitere Einschränkungen oder Maßnahmen folgen. Die Warnungen der Ministerin deuten darauf hin, dass sowohl Vereine als auch Anhänger künftig mit strengeren Auflagen rechnen müssen.

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