20 March 2026, 18:28

Collien Fernandes wirft Ex-Mann Christian Ulmen digitale Gewalt und "virtuelle Vergewaltigung" vor

Schwarz-weißes Magazin-Cover mit der Überschrift 'Humoristische Liste', das einen Mann in einem Anzug mit ernster Miene und eine Frau zeigt, die mit einem leichten Grinsen wegsieht.

Collien Fernandes wirft Ex-Mann Christian Ulmen digitale Gewalt und "virtuelle Vergewaltigung" vor

Die Komikerin und Moderatorin Collien Fernandes hat ihren Ex-Mann, Christian Ulmen, öffentlich schwerer digitaler Gewalt beschuldigt. Zu den Vorwürfen gehören die Vortäuschung ihrer Identität im Netz, die Verbreitung expliziter Inhalte sowie Telefongespräche sexueller Natur, bei denen er sich als sie ausgab. Fernandes bezeichnete diese Handlungen als eine Form der "virtuellen Vergewaltigung" – eine Aussage, die eine breitere Debatte über Grenzen und Verantwortung ausgelöst hat.

Die Anschuldigungen haben die kritische Auseinandersetzung mit Ulmens früherem Werk neu entfacht, darunter umstrittene Fernsehformate und sein öffentliches Image. Viele hinterfragen nun frühere Urteile über Fernandes, insbesondere seit sie detailliert über die erlittenen Misshandlungen berichtet hat.

Die Beziehung zwischen Fernandes und Ulmen geriet erstmals 2010 in den Fokus, als Beobachter – darunter auch die Autorin eines aktuellen Kommentars – ihre Partnerwahl infrage stellten. Damals war Ulmen vor allem für seine provokanten, oft frauenfeindlichen TV-Rollen bekannt. Mitte der 2000er spielte er in der Reality-Show Mein neuer Freund wöchentlich einen anderen "schrecklichen Freund". Das Format setzte Frauen gezielten Demütigungen aus; wer die Behandlung ertrug, erhielt ein Preisgeld. Eine seiner berüchtigtsten Figuren, Alexander von Eich, avancierte zum Kult: ein snobistischer Aristokrat, der seine Freundin mit einem Stock herumkommandierte.

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Ulmen moderierte zudem Wer will meine Freundin vögeln?, eine Show, in der Männer um den Titel des Besitzers der "heißesten" Freundin wetteiferten. Die Aufgaben galten als plump und erniedrigend. Trotz der Kritik produzierte er später die Comedyserie Jerks., die von 2017 bis 2023 lief – und nach Fernandes' Enthüllungen von Streaming-Plattformen genommen wurde.

Fernandes schildert ein Muster der Manipulation: Ulmen habe unter ihrem Namen gefälschte Profile angelegt und pornografisches Material verbreitet. Sein Verhalten sei Teil einer langjährigen Praxis gewesen, bei der Frauen gezielt zum Ziel gemacht wurden. Ihre Geschichte erinnert an andere Fälle männlicher Gewalt gegen Frauen und unterstreicht den Satz: "Die Scham muss die Seite wechseln." Die Autorin des ursprünglichen Kommentars räumt mittlerweile ein, ihre anfängliche Skepsis im Licht der erschütternden Enthüllungen zu bereuen.

Die Vorwürfe gegen Ulmen haben dazu geführt, dass seine Werke von großen Plattformen entfernt wurden. Fernandes' Zeugnis reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Fällen, in denen Frauen über digitale und psychische Gewalt sprechen. Die Absetzung von Jerks. und die erneute Aufmerksamkeit für Ulmens frühere Projekte markieren einen Wandel im öffentlichen Umgang mit solchen Verhaltensweisen. Rechtliche und berufliche Konsequenzen für Ulmen sind noch ungewiss, doch der Fall prägt bereits die gesellschaftliche Diskussion über Zustimmung und Ausbeutung.

Quelle