Berlin testet Cluster-Wohnungen: Gemeinschaftsleben in der Köpenicker Straße
Sami RöhrichtBerlin testet Cluster-Wohnungen: Gemeinschaftsleben in der Köpenicker Straße
Berliner Wohnungsmarkt setzt auf neues Modell: Cluster-Wohnungen in der Innenstadt
Mit dem Start eines Cluster-Wohnprojekts in der Berliner Innenstadt wird ein neuer Ansatz für den Wohnungsmarkt erprobt. Die WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte hat die Anmeldung für ihr erstes solches Vorhaben in der Köpenicker Straße eröffnet – Teil des größeren Quartiers Lilienthal. Das Konzept verbindet privates Wohnen mit Gemeinschaftsflächen und soll in einem der belebtesten Bezirke Berlins bezahlbaren Wohnraum und soziales Miteinander fördern.
Das Projekt umfasst acht Cluster-Wohnungen, die nicht für Einzelpersonen, sondern für Wohngemeinschaften konzipiert sind. Ein Grundriss zeigt eine 205 Quadratmeter große Einheit mit sieben Schlafzimmern, mehreren Bädern und einem großzügigen Wohn- und Essbereich. Zwei Loggien bieten zusätzlichen Außenraum und schaffen so eine Balance zwischen Rückzugsmöglichkeiten und gemeinschaftlichem Leben.
Jede Wohnung verfügt über geteilte Küchen und Wohnbereiche, um den Austausch zwischen den Bewohnern zu fördern. Anders als bei klassischen Mietwohnungen müssen Interessenten bereits im Vorfeld eine Wohngemeinschaft bilden, bevor sie sich bewerben können. Wer noch keine Gruppe hat, kann eine von der WBM und der STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft entwickelte Vermittlungsplattform nutzen, die Gleichgesinnte für dieses Wohnmodell zusammenbringt.
Matthias Borowski, Pressesprecher der WBM, beschreibt Cluster-Wohnungen als Antwort auf die sich wandelnden Wohnbedürfnisse in Berlin. Er betont die Vorteile: "Bezahlbarkeit, Flexibilität und der Fokus auf Gemeinschaft heben sie von herkömmlichen Mietangeboten ab." Sobald die Mieter eingezogen sind, übernehmen sie organisatorische Aufgaben – etwa die Neubesetzung freier Zimmer, falls jemand auszieht.
Die Bauarbeiten laufen bereits, die Fertigstellung ist für Juli 2026 geplant. Bisher bleibt das Projekt ein Einzelvorhaben, da die WBM keine Pläne hat, Cluster-Wohnungen in anderen Berliner Bezirken einzuführen.
Das Vorhaben in der Köpenicker Straße markiert den ersten Schritt der WBM in Richtung gemeinschaftliches Wohnen und bietet eine Mischung aus Privatsphäre und geteilter Verantwortung. Mit der nun geöffneten Registrierung richtet sich das Projekt an Gruppen, die nach einer kooperativen Wohnlösung suchen. Ob das Modell Schule macht, bleibt abzuwarten – weitere Erweiterungen sind bisher nicht angekündigt.






