Bahnstrecke Hamburg–Berlin: Wiedereröffnung mit Verspätung und Milliardenkosten
Karl-Peter MöchlichenBahnstrecke Hamburg–Berlin: Wiedereröffnung mit Verspätung und Milliardenkosten
Die Bahnstrecke Hamburg–Berlin wieder in Betrieb – mit Verspätung und hohen Kosten
Mitte Juni wurde die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin nach monatelanger Sperrung endlich wiedereröffnet. Die Sanierungsarbeiten dauerten sechs Wochen länger als geplant und kosteten deutlich mehr als veranschlagt. Reisende hatten monatelang mit Einschränkungen zu kämpfen.
Die Strecke war insgesamt zehn Monate und zwei Wochen gesperrt, was Regionalverkehrspendler auf Ersatzbusse ausweichen ließ. Fernzüge wurden über Stendal und Uelzen umgeleitet, was die Fahrzeiten für die Passagiere verlängerte. Strenger Frost im Januar und Februar bremste die Bauarbeiten zusätzlich aus.
Die Projektkosten stiegen auf 2,7 Milliarden Euro – 500 Millionen mehr als ursprünglich vorgesehen. Ein einkalkulierter Puffer von 300 Millionen Euro für unvorhergesehene Ausgaben wurde durch die Verzögerungen vollständig aufgebraucht. Auch nach der Wiedereröffnung gab es technische Probleme: Aufzüge fielen aus, und Züge hielten sich nicht an den Fahrplan.
Da das neue europäische Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System) noch nicht installiert werden konnte, steht eine weitere längere Vollsperrung bevor. Kritiker hinterfragen inzwischen das Konzept großflächiger Sanierungen, die mit langen Behinderungen und explodierenden Kosten einhergehen.
Zwar ist die Strecke nun wieder befahrbar, doch einige Baustellen bleiben ungelöst. Für die Nachrüstung von ETCS werden weitere Sperrpausen nötig sein. Die finanziellen und betrieblichen Herausforderungen des Projekts zeigen, wie schwierig groß angelegte Bahnmodernisierungen sein können.
