30 March 2026, 16:36

Anna Netrebkos umkämpfte Rückkehr an die Berliner Staatsoper entzündet Proteste

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Anna Netrebkos umkämpfte Rückkehr an die Berliner Staatsoper entzündet Proteste

An der Berliner Staatsoper feierte eine Neuinszenierung von Un ballo in maschera mit Anna Netrebko in der Hauptrolle Premiere. Die Aufführung löste sowohl begeisterten Applaus als auch Proteste vor dem Opernhaus aus. Demonstranten schwenkten ukrainische Flaggen und skandierten Parolen gegen die in Russland geborene Sängerin.

Die von Rafael R. Villalobos inszenierte Oper verbindet Verdis Klassiker mit modernen Elementen. In die Szenen flossen Anspielungen auf die queere Ballroom-Kultur und die AIDS-Krise ein. Netrebko, die die Rolle der Amelia übernahm, erhielt von großen Teilen des Publikums starken Beifall, während sie aus anderen Reihen während der Vorstellung ausgebuht wurde.

Künstlerisch wurde die Produktion für ihre Musiker und Sänger gelobt. Doch Netrebkos Auftritt blieb umstritten. Rund 50 Protestierende versammelten sich vor dem Gebäude, hielten Schilder hoch und riefen Sprüche wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" oder "Russland ist ein Terrorstaat".

Die Sängerin, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, steht in Deutschland seit Langem in der Kritik. Ihre anfängliche Weigerung, Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine klar zu verurteilen, hatte zu Boykottaufrufen und Absagen an großen Häusern geführt. Intendantin Elisabeth Sobotka verteidigte die Besetzung und verwies darauf, dass sich Netrebko öffentlich von Russland distanziert habe und seit Kriegsbeginn nicht dorthin zurückgekehrt sei. Dennoch bleibt die Debatte, ob Kunst und Politik voneinander zu trennen seien, aktuell.

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Die Premiere unterstrich die anhaltende Kontroverse um Netrebkos Karriere in Deutschland. Während die künstlerische Leistung der Staatsoper-Annexfassung Anerkennung fand, entfachte ihr Auftritt erneut Proteste und spaltete das Publikum. Das Opernhaus hat bisher keine weiteren Änderungen an seinem Weihnachtsprogramm angekündigt.

Quelle