09 May 2026, 12:27

AfD-Politiker Tillschneider provoziert mit umstrittenen Thesen zum 8. Mai 1945

Buch mit dem Titel 'Deutsches Kolonial-Feitung' vom 11/1940, das Adolf Hitler auf dem Cover zeigt, in den Händen einer Person umgeben von anderen mit Mützen.

AfD-Politiker Tillschneider provoziert mit umstrittenen Thesen zum 8. Mai 1945

Dr. Hans-Thomas Tillschneider, stellvertretender Landesvorsitzender der AfD Sachsen-Anhalt, hat mit seinen Äußerungen zum 81. Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus für Aufsehen gesorgt. Bei einer Veranstaltung stellte er die Nachkriegsgeschichtsschreibung des Landes infrage und übt in scharfen Worten Kritik an dem, was er als „absurde Schuldkultur“ bezeichnete.

Tillschneider erkannte zwar die Befreiung von der NS-Herrschaft 1945 an, deutete die militärische Niederlage jedoch als Verlust „weiter deutscher Kulturlandschaften“. Er sprach von einer „Amputation“ und suggerierte damit eine ambivalente Sicht auf diese Epoche.

Im Weiteren lehnte er lang etablierte deutsche Haltungen zur eigenen Vergangenheit ab. Die berühmte Rede Richard von Weizsäckers aus dem Jahr 1985, in der dieser die Verantwortung der Nation für den Holocaust thematisierte, bezeichnete er als „geistige Kapitulation“. Tillschneider zitierte zudem Franz Josef Strauß und argumentierte, die „ewige Vergangenheitsbewältigung“ Deutschlands sei zu einer „dauernden Buße“ verkommen.

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Der AfD-Politiker behauptete, die Deutschen hätten sich im Nachhinein auf die Seite der Sieger geschlagen, um Schuldgefühlen zu entgehen. Mit Begriffen wie „eingebildete Kollektivschuld“ warf er jenen, die sich mit demokratischen Werten identifizieren, Realitätsflucht vor. Seiner Meinung nach solle eine „normale deutsche Identität“ das heutige Geschichtsverständnis ersetzen.

Tillschneider deutete zudem an, dass nicht gesellschaftliche Mittäterschaft, sondern vielmehr Führungsversagen die eigentliche Ursache für die NS-Verbrechen gewesen sei. Gleichzeitig unterstellte er denen, die die Befreiung nicht feiern könnten, sie hätten aus der Geschichte nichts gelernt.

Seine Aussagen passen in die breitere Strategie der AfD, die deutsche Erinnerungskultur nach 1945 umzudeuten – weg von einer kollektiven Verantwortung hin zu einer nationalistisch geprägten Geschichtsinterpretation.

Die Äußerungen unterstreichen die anhaltenden Bemühungen der AfD, das historische Narrativ Deutschlands neu zu gestalten. Indem Tillschneider etablierte Perspektiven auf Schuld und Befreiung infrage stellt, spiegelt seine Rede einen bewussten Wandel wider, wie die Partei die Vergangenheit des Landes deutet. Die Debatte über diese Ansichten wird voraussichtlich anhalten, da der Jahrestag zu weiterer Reflexion anregt.

Quelle