21 March 2026, 20:28

93 Jahre Tag von Potsdam: Wie ein Händedruck die Weimarer Republik beendete

Detailierte alte Karte von Potsdam, Deutschland, mit Straßen, Gebäuden und Sehenswürdigkeiten mit Text oben und unten auf dem Papier.

In der Garnisonkirche: Gedenkfeier zum 'Tag von Potsdam' - 93 Jahre Tag von Potsdam: Wie ein Händedruck die Weimarer Republik beendete

Gedenkveranstaltung markiert 93. Jahrestag des Tages von Potsdam – ein Schlüsselmoment der deutschen Geschichte

Am 21. März 1933 symbolisierte der Tag von Potsdam den Übergang von der Weimarer Republik in die nationalsozialistische Diktatur. Das Datum gilt heute weithin als Geburtsstunde des Dritten Reiches.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Feierlichkeit fand in der Potsdamer Garnisonkirche statt, jenem Ort, der mit dem berüchtigten Händedruck zwischen Reichskanzler Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von Hindenburg verbunden ist. Das vor der Kirche festgehaltene Bild zählt bis heute zu den prägendsten Symbolen des Aufstieg der NS-Herrschaft.

Der Tag von Potsdam war eine inszenierte Propagandaveranstaltung: Hitler und Hindenburg trafen sich in der Garnisonkirche, um eine scheinbare Einheit zwischen der alten konservativen Elite und dem neuen NS-Regime zu demonstrieren. Der fotografierte und verbreitete Händedruck wurde zum mächtigen Symbol des Wandels in die Diktatur.

Die Garnisonkirche selbst wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1968 von den DDR-Behörden abgerissen. Nun läuft der Wiederaufbau nach historischen Plänen, um das Gebäude in seiner ursprünglichen Form wiederherzustellen. Die Arbeiten an der Kuppel des Turms sollen nach Ostern 2026 beginnen – verzögert durch witterungsbedingte Rückschläge.

Das Projekt ist umstritten. Kritiker, vor allem aus linkspolitischen Kreisen, warnen, die Rekonstruktion könnte die NS-Vergangenheit des Ortes verherrlichen. Befürworter wie der ehemalige Kirchenführer Wolfgang Huber verteidigen den Wiederaufbau seit 2004. Widerstand von SPD-Politikern verschärft die Debatte über das schwierige Erbe der Stätte.

Die Gedenkveranstaltung und die anhaltenden Bauarbeiten halten den Tag von Potsdam in der öffentlichen Diskussion präsent. Trotz Verzögerungen und politischer Konflikte schreitet die Wiederherstellung voran – ihre Vollendung wird ein weiteres Kapitel in der umkämpften Geschichte des Ortes schreiben.

Quelle