10-Euro-Eintritt für Gräfrather Marktfest: Senioren fühlen sich ausgeschlossen
Karl-Peter Möchlichen10-Euro-Eintritt für Gräfrather Marktfest: Senioren fühlen sich ausgeschlossen
Der Solinger Seniorenbeirat hat die Einführung eines Eintrittspreises von 10 Euro für das diesjährige Gräfrather Marktfest scharf kritisiert. Die Arbeitsgruppe gegen Altersarmut argumentiert, dass die Gebühr ältere Bürgerinnen und Bürger unzumutbar belastet – viele von ihnen kommen mit kleinen Renten nur knapp über die Runden. Da lediglich 2 Euro als Essensgutschein erstattet werden, sei der Preis für Menschen mit begrenztem Einkommen kaum tragbar.
Das Marktfest gilt seit langem als wichtiger sozialer Treffpunkt für Senioren in Solingen. Es bietet Gelegenheiten, Kontakte zu knüpfen, am Gemeinschaftsleben teilzuhaben und Einsamkeit entgegenzuwirken. Doch die neue Eintrittsgebühr droht ausgerechnet diejenigen auszuschließen, die das Fest am meisten brauchen.
Die Veranstalter rechtfertigen die Gebühr mit steigenden Sicherheitskosten. Kritiker hingegen fragen, warum die Besucher diese finanzielle Last tragen sollen. Der Beirat warnt, dass der hohe Preis eine Hürde darstellt und ältere Menschen ausschließt, die ohnehin schon kaum über die Runden kommen.
Als Lösung wurde ein kostenloser Familientag vorgeschlagen, doch der Seniorenbeirat hält dies für unzureichend. Viele ältere Menschen leben allein und benötigen täglich Zugang – nicht nur an ausgewählten Terminen. Die Gruppe weist zudem darauf hin, dass Altersarmut längst kein Einzelschicksal mehr ist, sondern immer mehr Solinger betrifft.
Die Debatte geht über das einzelne Event hinaus. Sie wirft grundsätzliche Fragen auf, wer sich die Teilnahme an lokalen Traditionen noch leisten kann. Die Gebühr markiert einen Wandel: Aus einem nachbarschaftlichen Fest könnte ein Event werden, das sich nicht alle leisten können.
Um das Problem zu lösen, schlägt der Beirat fairere Modelle vor – etwa gestaffelte Preise, Seniorenermäßigungen oder eine stärkere finanzielle Unterstützung durch die Stadt. Ziel ist es, die wirtschaftlichen Realitäten mit der sozialen Funktion des Festes in Einklang zu bringen.
Die Kritik setzt die Veranstalter unter Druck, die Eintrittsgebühr zu überdenken. Ohne Änderungen könnten viele ältere Bürgerinnen und Bürger von einer langjährigen Gemeinschaftstradition ausgeschlossen werden. Die Entscheidung könnte richtungsweisend dafür sein, wie Solingen künftig die Zugänglichkeit öffentlicher Veranstaltungen gestaltet.






