01 May 2026, 22:32

1. Mai: Von Hexenflügen, Arbeiterprotesten und Maibaumtraditionen in Deutschland

Gruppe von Menschen in Hexenkostümen, die über einen Kopfsteinpflasterstraßen gehen und schwarze und lila Kleider und Hüte tragen, einige halten Fahnen, mit einem Geländer auf der linken Seite und Gebäuden, Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

1. Mai: Von Hexenflügen, Arbeiterprotesten und Maibaumtraditionen in Deutschland

Der Erste Mai verbindet in Europa uralte Bräuche, politische Geschichte und ausgelassene Feiern. Von hexenbezogenem Volksglauben bis zu Arbeiterprotesten markiert der erste Tag im Mai eine Zeit des Feierns wie des Gedenkens. In Deutschland beginnt der Reigen bereits in der Nacht davor – der Walpurgisnacht – mit Tanz, Maibaumstellen und einer Prise Rebellion.

Die Feierlichkeiten starten am 30. April, wenn die Walpurgisnacht die Menschen zusammenführt, um die Hexen zu vertreiben, von denen man glaubt, sie flögen durch die Lüfte. Dieser Brauch vermischt sich mit dem Tanz in den Mai, bei dem Frühlingsfreunde mit Musik und Lagerfeuern den Mai begrüßen. Am darauffolgenden Tag, dem 1. Mai, steht der Tag der Arbeit im Mittelpunkt – ein Gedenktag, der auf einen Arbeiterprotest von 1856 in Australien zurückgeht. In Berlin ist das Datum seit langem mit politischem Aktivismus verbunden; die letzten größeren Straßenschlachten fanden 2010 statt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Auch die deutschen Maibaumtraditionen spielen eine zentrale Rolle. Zwei Varianten dominieren: eine zum Tanzen, eine zum Klettern. Beim Liebesmai errichten unverheiratete Männer vor dem Haus ihrer Angebeteten einen Maibaum als romantische Geste. Unterdessen erkunden historische Führungen durch Berlins Kreuzberger Viertel die rebellische Vergangenheit des Stadtteils und verknüpfen den Ersten Mai mit seiner radikalen Geschichte.

Die Wurzeln der Saison reichen noch weiter zurück. Die alten Römer feierten einst vom 28. April bis 3. Mai die Floralia, ein Fest zu Ehren der erneuernden Kraft des Frühlings. Selbst der Dichter Eduard Mörike fing im 19. Jahrhundert die Unberechenbarkeit des Monats ein, als er schrieb: „Der April ist kaum der Lenz – weder halb noch ganz.“ Heute bleibt Berlin das Epizentrum der Maifeiern, mit allem von linksgerichteten Kundgebungen bis zu durchtanzten Nächten.

Der Erste Mai in Deutschland verwebt Folklore, Protest und Gemeinschaft. Die Hexensagen der Walpurgisnacht weichen Mai-Demonstrationen und Maibaumtänzen. Und obwohl sich die Bräuche unterscheiden, bleibt der erste Mai ein Tag des Feierns wie des Erinnerns im ganzen Land.

Quelle